Graffiti

Graffiti bedeutet, sich mit Formen, Farben und Buchstaben auseinanderzusetzen. Graffiti bedeutet, rauszugehen, zu suchen, zu entdecken, zu warten, zu vertrauen, sich zu orientieren, loszulaufen, sich zu verstecken, zu verschnaufen und weiterzulaufen. Graffiti bedeutet, den eigenen Namen im Stadtbild zu verbreiten, Vorgefundenes zu verändern und etwas Eigenes zu erschaffen. Im New York der 1970er Jahre als Teil der Hip-Hop Bewegung entstanden, entwickelte sich Graffiti über die letzten Jahrzehnte hinweg zu einer der größten existierenden Subkulturen, die mit eigenen Praktiken, Codes und szeneinternen Regeln von der US-amerikanischen Ostküste ausgehend in vielen Regionen der Welt zum festen Bestandteil städtischen Alltags wurde.

Ursprünglich stammt die Fremdbezeichnung vom italienischen Begriff „Graffito“ ab, welcher wiederum aus dem Griechischen abgeleitet wurde („graphein“: kratzen, schreiben oder zeichnen). Während der Singular, Graffito, nur selten Gebrauch findet, können mit Graffiti sowohl die Werke selbst, als auch die Kultur im Allgemeinen gemeint sein. Die Sprüherinnen und Sprüher der Szene selbst setzen sich kaum Grenzen, was die Wahl des Mediums, des Ortes, oder den Grad der Abstraktion ihrer Werke betrifft. Allerdings werden auch Sprüh-Erzeugnisse als Graffiti bezeichnet, die nach strengerer Definition von den szeneüblichen Merkmalen abweichen: eine an einer Hauswand hinterlassene Liebesbekundung in Handschrift, eine kommerziell in Auftrag gegebene Dekorationsarbeit am Schaufenster eines Ladens, politische Schriftzüge oder im Allgemeineren künstlerisch-aktivistische Eingriffe im öffentlichen Raum.

Außerdem haben sich aufgrund der Weiterentwicklung von Graffiti in den letzten Jahren Teilbereiche ausdifferenziert, die trotz ihrer unterschiedlichen Inhalte, Techniken und Intentionen unter dem Begriff Graffiti zusammengefasst werden. Neben einigen Gemeinsamkeiten der Phänomene existieren aber auch bedeutende Unterschiede, die nicht nur zur gegenseitigen Abgrenzung und Beschreibung wichtig sind, sondern auch um darauf folgend die bewusst oder unbewusst falsche Benutzung von Bezeichnungen hinterfragen zu können.
 

Writing

Graffiti im ursprüngliche Sinne des „Writing“ (Schreiben) gibt es an den von der Stadt frei gegebenen Flächen, den sogenannten „Halls of Fame“ (Ruhmeshallen), an privat autorisierten Orten oder aber ungefragt – und dabei unerlaubt angebracht – an den Wänden und Zügen der Stadt. Zum klassischen Writing gehören dabei sowohl größere „Pieces“ (Stücke/Werke), also Buchstabenkombinationen mit „Outlines“ (Konturen/Außenlinien), die meist mit Sprühfarbe oder Wandfarbe gemalt werden, als auch kleinere „Tags“ (Schriftkürzel/Markierungen), für die neben der Sprühdose auch diverse Ausführungen von „Markern“ (Filzstiften) verwendet werden. Writing generiert sich als Subkultur durch verschiedene szeneinterne Codes und Regeln, die oft mit gewissen Respekt- und Hierarchievorstellungen verbunden sind, welche wiederum für Außenstehende nicht immer einsehbar sind oder nachvollziehbar werden. Wie viel „Fame“ (Anerkennung) ein/e Sprüher/in oder eine „Crew“ (Gruppe) innerhalb der Szene bekommt, hängt neben der Qualität auch von der quantitativen Präsenz der Werke im Stadtbild ab. Hinzu kommt eine auf bereits erfolgten Leistungen basierende Reputation, die dem/der Sprüher/in von anderen Szeneangehörigen beigemessen wird. Ebenfalls liegt ein starker Fokus auf dem jeweiligen „Style“ (Stil), also den individuell erzeugten Variationsmöglichkeiten der dargestellten Buchstaben. Proportionen, typografische Eigenschaften, Farbwahl, das Kombinieren mit „Characters“ (comic-haften Figuren) und eine gezielte Positionierung der Werke, die Einbettung in das materielle Umfeld, stehen dabei in enger Verbindung. Obwohl es immer wieder vorkommt, dass Elemente des Writings in den Mainstream gelangen, liegt der Subkultur als solcher zugrunde, sich als alternativ zu bürgerlichen Normen zu begreifen. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der nach sich außen hin eingehaltenen Anonymität der Mitglieder der Szene.
 

Street Art/Urban Art

Wörtlich übersetzt bedeutet Street Art nichts Anderes, als dass es sich um Kunst auf der Straße handelt. (Durch das englische und deutsche Wort „urban“ wird der Bezug zur Großstadt, zum urbanen Umfeld, betont). So sind auch diese Begriffe dehnbar und können vieles umschreiben. Seit ungefähr 2005 wird als Street Art vermehrt eine Erscheinung charakterisiert, die vom Graffiti abstammt, einige ihm ähnliche Techniken und Grundideen aufweist, aber durch bestimmte Merkmale vom Writing unterschieden werden kann. Als Tendenz kann gesagt werden, dass statt Sprühdose und Marker eher Sticker, Plakate und Schablonen verwendet werden, um meist Figürliches, Cartoonhaftes, oft auch humorvolle Referenzen, Zitate, oder explizit sozialkritische Inhalte im öffentlichen Raum anzubringen. Durch die einfachere, eingängigere Lesart und die damit verbundene Attraktivität für die Allgemeinheit, hat Street Art in den letzten Jahren nicht nur kommerzielle Interessen geweckt, sondern ist auch für die Stadtpolitik so reizvoll geworden, dass Teilbereiche der Subkultur als unterstützenswert erachtet und in verschiedenen Projekten gefördert werden.

Zusätzlich hat sich über das Publizieren von Büchern, aber auch durch Ausstellungen, Messen oder Kunstauktionen ein Markt etabliert. Durch die dabei entstehenden, externen Interessen kommt es oft zu willkürlich oder strategisch genutzten Bezeichnungen. So werden die Begriffe Graffiti und Street Art teilweise gleichgesetzt, manchmal unter Urban Art zusammengefasst, ein anderes Mal zu Gegensätzen stilisiert. Gerade diejenigen, die vorwiegend ohne Genehmigung sprühen, können sich nur schwer mit dieser Entwicklung identifizieren und stehen ihr kritisch gegenüber.
 

vor 1983

Schon lange bevor Jugendliche anfangen, ihre Spitznamen an die Wände New Yorks zu schreiben, treten diverse Formen von Kommunikation mittels Zeichen und Codes auf. Nach den Höhlenmalereien, der Antike in Ägypten und Rom, gibt es auch in der Moderne einige Beispiele, die darauf hindeuten, dass es schon immer Menschen gab, die ihr Dasein auf diese Art und Weise vermittelt wissen wollten. Einer von ihnen war Kyselak, ein österreichischer Wanderer des 19. Jahrhunderts, der bekannt dafür wurde, dass er seinen Namen an den von ihm bereisten Orten hinterließ.
vor 1983

Im Nordwesten der USA verständigen sich schon zur Jahrhundertwende in Güterzügen reisende Tagelöhner (sogenannte Hobos) untereinander mittels kodierten Nachrichten, die sie an verschiedenen Orten hinterlassen; u.a. schreiben sie auch ihre Namen auf die Außenflächen der Züge.
vor 1983

„Keiner weiß, was Heiduk heisst“ – in den 1970er Jahren sorgt das Tag Heiduk für Aufsehen im Münchner Stadtraum. Nach und nach beginnen immer mehr Einzelpersonen das Wort an die Häuserwände zu schreiben, ohne genau zu wissen, warum. Das Rätsel, wer dahinter steckt oder was die Buchstaben bedeuten, kann nie gelöst werden.
vor 1983

Ein griechischstämmiger Botenjunge namens Dimitrios wird zu einem der bekanntesten Pioniere des New Yorker Graffiti. Zu Beginn der 1970er Jahre fängt er damit an, auf seinen Routen von A nach B eine Kurzform seines Spitznamens und die Nummer der Straße, in der er wohnt, in der Stadt zu verbreiten – „Dimitraki from 183rd Street“ taucht als Taki 183 auf und wieder unter.
vor 1983

Bevor es die ersten Graffiti im Sinne von Tags und Pieces nach New Yorker Vorbild gibt, erscheinen auf Münchens Straßen diverse Figuren und Zeichen, wie z. B. die mit Wandfarbe gemalten „Shadowmen“ von Richard Hambleton.
1983

Die TV-Ausstrahlung des Films „Wild Style“ gilt als Initialzündung für die Hip-Hop und Graffiti Bewegung Europas, die vor diesem Zeitpunkt nur sporadisch und vereinzelt zur Kenntnis genommen wurde. Der Spielfilm portraitiert das Leben des Graffiti Sprühers Zoro und gibt Einblicke in die verschiedenen Elemente der Hip-Hop Kultur (Graffiti-Writing, Breakdancing, Rapping/MC-ing, DJ-ing).
1983

In München formiert sich die erste Generation einer kleinen, noch überschaubaren Hip-Hop-Szene. Eine wichtige Rolle nimmt anfangs Breakdancing ein, was große mediale Aufmerksamkeit erhält und bei den Jugendlichen nach und nach auch Interesse für Graffiti weckt. Die Anhänger der Szene sind überwiegend männlich und gruppieren sich weitgehend unabhängig von ethnischen und sozialen Hintergründen.
In München tauchen die ersten Tags und Pieces auf, die noch sehr experimentellen Charakter haben und sich namentlich an den New Yorker Vorbildern bedienen (Z-Roc, Mitch, Ray). Eine Sonderrolle nimmt der Sprüher Ray X ein, der sich mit seinen eigensinnigen Characters an außergewöhnlichen Stellen der Stadt hervorhebt und mit seinen oft humoristisch-kritschen Inhalten einen eigenen Weg einschlägt.
1984

Neben den Filmen „Stylewars“ und „Beatstreet“, die großen Einfluss auf die junge Szene haben, erscheint auch das Buch „Subway Art“ der Fotografen Martha Cooper und Henry Chalfant. Es enthält eine große Sammlung bemalter New Yorker Subway-Züge und stellt bis heute eine Art Bibel für Sprüherinnen und Sprüher verschiedener Generationen dar.
1984

Writer wie Blash und Loomit (gemeinsam auch als „The Force“ bekannt), Roy und Roscoe (gemeinsam „The Jolly Rogers“), Don M Zaza und Cheech H malen die ersten hochwertigen Bilder im Münchner Stadtraum. Der Stil ist geprägt von den Pieces der Pioniere aus New York City, zeigt aber gleichzeitig individuelle Ansätze der Sprüher.
1984

Am Treppenaufgang zur U-Bahn-Station Poccistrasse entsteht eine Art inoffizielles „Meet & Greet“, indem ein Großteil der aktiven Sprüher beginnt, seine Tags anzubringen.
1984

Raimund Thomas lädt die New Yorker Größen Daze, Seen, Futura, Lady Pink, A-One, Rammelzee und Crash in seine Galerie ein. In direkter Nachbarschaft von Edel-Boutiquen und Luxusgeschäften der Maximilianstraße finden Live-Aktionen der Sprüher statt.
1984

Im Herbst 1984 sprüht Cheech H. das erste Panel auf eine Münchner S-Bahn. Sowohl dieses, als auch sein zweites, das er kurz darauf malt, werden von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, bzw. werden weitgehend ungesehen aus dem Verkehr gezogen.
1985

In einer kalten Winternacht macht sich die Gruppe um Blash, Cheech H., Cryptic II, Don M Zaza, Roscoe und Roy auf, um eine gesamte S-Bahn-Einheit von links nach rechts zu besprühen. Der Geltendorfer Zug geht in die Hip-Hop Geschichte ein. Neben der Polizei zeigen auch die Medien großes Interesse und berichten von dem Ereignis. Die Meinungen, ob es sich bei der Aktion um Kunst oder Vandalismus handelt, gehen schon damals stark auseinander.
1985

Als Reaktion auf den „Geltendorfer Zug“ wird eine Sonderkomission der Polizei gegründet. Anfangs haben die Beamten noch einfaches Spiel, da sie es mit relativ unvorsichtigen und jungen Sprühern zu tun haben. Innerhalb kurzer Zeit professionalisieren sich beide Seiten und es entsteht ein bis heute andauerndes Katz-und-Maus-Spiel. In den folgenden Jahren wird es unterschiedlichste Abteilungen, Koordinationsgruppen aus Bahnpolizei, Bundesgrenzschutz und privaten Firmen geben.
1985

Blash wird mit einem Kollegen am Flohmarktgelände beim Sprühen überrascht. Der Freund des Pächters vom Gelände zeigt sich begeistert. Umgehend werden die ersten Schritte zur Legalisierung des Areals eingeleitet. Die riesige Fläche dient der Münchner Szene in den kommenden Jahren als idealer Ort, um Techniken zu üben, sich untereinander auszutauschen und gegenseitig zu messen.
1985

Bezeichnend für die Anfangsphase sind die noch sehr provisorischen Malutensilien. Es gibt weder einen Markt für Graffiti-Sprühdosen und Zubehör noch Internet, über das Informationen ausgetauscht werden könnten. Auch die noch geringe Qualität der verhältnismäßig teuren Sprühdosen zwingt die Sprüher dazu, kreativ zu werden.
1986

Die erste Welle bemalter Züge rollt durch die Stadt. Noch fehlt es an einem strukturierten Reinigungssystem für die Bahnen, so dass die Bilder wochenlang im Verkehr bleiben, ohne geputzt zu werden. Am Stachus entsteht der erste „Corner“, ein Treffpunkt der Szene, an dem die Züge fotografiert und Informationen ausgetauscht werden.
1986

Die Amsterdamer Sprüher Bando, Shoe und Cat22 alias Crime Time Kings besuchen München und malen so viele Züge, dass sie den Style der Einheimischen nachdrücklich beeinflussen. Als erste auswärtige Sprüher werden sie auf ihrem Streifzug von der Polizei erwischt, wobei nicht auszuschließen ist, dass der Zugriff mithilfe von Denunziationen erfolgte. Obwohl es in Folge dessen zu einer noch stärkeren Diskretion innerhalb der Szene kommt, werden auch weiterhin immer wieder Writer von anderen Writern verpfiffen.
1986

Der Volkskunde-Professor Peter Kreuzer und der Strafverteidiger Konrad Kittl gründen mit einigen Sprühern gemeinsam die Europäische-Graffiti-Union, kurz EGU. Ziel des Vereins ist es, legale Aufträge zu generieren und Flächen zu legalisieren, um so das erkannte Talent der Sprüherinnen und Sprüher und die Kultur als Ganzes zu fördern. Auch in den folgenden Jahren wird die EGU für die Münchner Szene eine wichtige Rolle spielen.
1986

Mehrere Bücher, unter anderem „Spraycan Art“ von Henry Chalfant, „Das Graffiti-Lexikon“ von Peter Kreuzer und „Munich Graffiti“ von Heiko Schielmann, erscheinen im Handel.
1986

Im „Zeugnerhof“, damals noch „Jugendzentrum Berg am Laim“, beginnt die Sozialpädagogin Astrid Weindl damit, den Sprüherinnen und Sprühern der ersten Generation Platz zum Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Im Laufe der nächsten Jahre entwickelt sich der Ort zu einer internationalen Anlaufstelle für Graffitsprüher und Hip-Hop Aktivisten. Auch für die Ausrichtung von Jams und andere Graffitiprojekte wird hier ein Grundstein gelegt.
1987

Aufgrund der vorangegangenen Denunziationen kommt es zu strengeren Vorsichtsmaßnahmen innerhalb der Szene. Die damit verbundenen professionalisierten Methoden werden vor allem von der COR Crew („Club Of Rome“) eingeführt, die gleichzeitig mit neuen Techniken, eigenwilligen Pieces und Wholecars Aufmerksamkeit erlangt und eine zweite Welle bemalter Züge Münchens lostritt.
1987

Die S-Bahn-Station Isartor wird bis 1993 zum wichtigsten Corner der Münchner Szene. In den folgenden Jahren gibt es weitere temporäre Corner, wie die Bahngleise am Rosenheimerplatz oder das Gleis 3 am Ostbahnhof.
1987

Am Gelände unweit der S-Bahn Station St.-Martin-Straße etabliert sich die erste von mehreren zu dieser Zeit genutzten Abrisshallen als Hall of Fame, in der das Sprühen nicht offiziell erlaubt ist, aber geduldet wird. Diese Orte nehmen für einen längeren Zeitraum eine sehr wichtige Rolle ein, da Writer wie Wet, Flin, The Viruz e.V., Sole, Paze, Zlep, Mitch 2, Caleb und viele andere hier eine Möglichkeit finden, sich auszutoben und ihr Können weiterzuentwickeln.
1988

Die Wandproduktionen an den Dachauer Flohmarkthallen zeigen die stetig wachsenden Qualitäten der Münchner Szene. Europas größte Hall of Fame zieht auswärtige Sprüher wie Chintz, Gor, Shark, Gawki, Scale, Bando, Shoe, Cat22, Skena oder Zebster an, die Kontakte in die bayrische Landeshauptstadt knüpfen. Auch die Öffentlichkeit zeigt großes Interesse an den Werken der Sprüher, wodurch sich viele Auftragsarbeiten ergeben.
1988

Die Crew „Atlantic Island Warrios“ etabliert zusammen mit den „Stone Age Kids“, die schon seit 1987 aktiv sind, ein neues Level an Qualität durch gut vorbereitete Aktionen. Es kommt zu Kollaborationen, bei denen mehrere Sprüher beider Gruppierungen an einem Gesamtwerk arbeiten, was zu außergewöhnlichen Ergebnissen führt.
1988

Neon gelingt es als erstem Münchner Writer, in New York eine hohe Anzahl von Zügen zu bemalen. Er knüpft Kontakte zur dortigen Szene und so dauert es nicht lange, bis etwas später schon Züge von New Yorker Writern (wie z. B. Sento) durch München fahren.
1988

In der Lothringerstraße findet die erste städtisch subventionierte Graffiti-Ausstellung mit Sprühern wie Darco, Skel, Won, Zeal, Mitch, Baptist, Scout und Weila statt – organisiert von der EGU.
1989

Das Areal der Dachauer Flohmarkthallen sowie das an der St.-Martin-Straße werden abgerissen. Im gleichen Jahr sorgt die EGU dafür, dass die Tumblingerstraße und die vielen Wände in der Nähe des Feierwerk-Geländes am Heimeranplatz legalisiert und damit zu wichtigen Halls of Fame werden.
1989

Im deutschen Männer-Magazin „Playboy“ erscheint eine ausführliche Reportage über Graffiti in München mit vielen Bildern.
1990

Die Sprüher Dmon und Ems reisen für längere Zeit nach München und beschäftigen sich effizient mit der Umgestaltung der S-Bahn-Waggons. Ihre Bilder stechen durch einen flächigen, eher simplen Bombing-Style hervor, den man in der Form und Konsequenz noch nicht kannte. Die Invasion der beiden lockt weitere Sprüherinnen und Sprüher nach München, die hier ihre Namen verbreiten wollen.
1990

Der Hansapalast präsentiert die Dokumentation „Sprayer in München, was geht’n?“. Die 20-minütige Dokumentation enthält vorwiegend Interviews damals aktiver Sprüher.
1991

In der Loisachhalle in Wolfratshausen findet die erste Internationale Graffiti-Jam mit Aktiven aus New York, Italien und Skandinavien statt, was vor allem zu Vernetzungen zwischen Writern aus Süd- und Nordeuropa führt.
1991

Der aus Mainz stammende Writer Zebster leistet seinen Zivildienst im „Zeugnerhof“ ab und nutzt die Zeit, um das erste deutsche Graffitimagazin „On The Run“ zu veröffentlichen.
1991

Der sehr aktive Münchner Sprüher Zher flüchtet aufgrund mehrerer Verurteilungen und hohen ausstehenden Strafen nach Thailand. Er findet Zuflucht in einem Kloster und lebt dort für mehrere Jahre. Später dokumentiert er seine Erlebnisse auf einer eigenen Homepage im Internet.
1992

Immer mehr Sprüherinnen und Sprüher fangen an, sogenannte 3D-Styles zu malen, d. h. mit ihren Schriftzügen eine dreidimensionale Räumlichkeit zu erzeugen. Als Vorbild für diesen Stil gilt Delta aus Amsterdam, der für sich beansprucht, der Innovator gewesen zu sein.
1992

Mit Crews wie IRA („Interrail Attack“) kündigt sich eine neue und höchst aktive Generation von Trainbombers an. Innerhalb der Szene spricht man zum ersten mal von Newschool Writern und grenzt sie von den Oldschool Writern ab.
1992

Chromz, einer der talentiertesten Sprüher der ersten Generation, kommt unter tragischen Umständen ums Leben.
1992

Innerhalb der EGU kommt es vermehrt zu Meinungsverschiedenheiten. Die unterschiedlichen Auffassungen über Institutionalisierung und Kommerzialisierung der Kultur führen dazu, dass die Union sich in Folgezeit nach und nach auflösen wird.
1993

Won von der ABC Crew bemalt mehrere S-Bahnen mit detailreichen Characters. Oft verbindet er die Bilder mit provokanten, anti-autoritären Inhalten. Nicht zuletzt seine „Drachenbilder“ sind bis heute legendär.
1993

Aufgrund unvorsichtigen Verhaltens einzelner Szenemitglieder und ihren Anhängern kommt es zu einer großen Hausdurchsuchungswelle, in deren Folge ein 16-jähriger Train-Writer für ganze zwei Wochen in Untersuchungshaft behalten wird.
1994

Zum ersten Mal findet die „Living Large“ Jam statt, die in den folgenden 10 Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Münchner Hip-Hop Szene werden wird. Es entstehen nicht nur wichtige Münchner Rap-Crews und darüber hinaus Kollaborationsprojekte; auch die Sprüherszene vernetzt sich und zelebriert die Jam fortan als jährliches Highlight des Zusammenkommens. Auch zwischen Rappern und Writern entstehen Verbindungen, die in der Folge im Output der Münchner Akteure erkennbar werden.
1994

Das „Bahnarbeiter“-Magazin erscheint und erreicht aufgrund seiner Originalität Kultstatus. In Deutschland und dem Rest Europas erscheinen immer mehr Graffiti-Magazine, was dazu führt, dass auch der Style der Münchner immer stärker von überregionalen Einflüssen geprägt wird. Viele Writer der zweiten Generation wie Cras, Kare und Zug fallen durch innovative Stile und eine hohe Produktivität auf.
1994

Nach der Stilllegung des Flughafens in Riem legalisiert sich Loomit vor Ort einige große Wände, die er mithilfe vieler internationaler Gäste bespielt. Als eine der letzten größeren Aktionen der EGU entsteht am Elisabethmarkt in Schwabing ein riesengroßes Mural, das es bis heute gibt.
1995

Parallel zur Ausstellung „Graffiti München“ in der Pasinger Fabrik, erscheint im Verlag „Schwarzkopf & Schwarzkopf“ das Buch „Graffiti Art 3: Writing in München“. Mit einem Text von Cemnoz und vielen außergewöhnlich guten Zug-Produktionen aus München erlangt das Buch auch für die folgenden Generationen hohe Bedeutung und wird zum Klassiker. Auch der Vorgänger „Graffiti Art 2: Süddeutschland und Schweiz“ enthält wichtiges Bildmaterial der Münchner Szene.
1995

Ab Mitte der Neunziger Jahre wird das sogenannte Fiat-Gelände bei Kirchseeon von diversen Writern als extralegale Hall of Fame genutzt. Das riesige, ehemalige Schwellenimprägnierwerk bleibt für mehr als zehn Jahre ein wichtiger Ort, an dem die Münchner ihren Style entwickeln.
1996

Mitch 2, einer der wichtigsten Graffiti-Sprüher der ersten Generation, stirbt mit Ende zwanzig. Sein letztes Bild am Heimeranplatz, „2 Rebelz“, wird von seinem Partner Skiny fertig gemalt und bleibt für viele Jahre als Memorial erhalten.
1996

Im Ismaninger Kallmann-Museum bei München findet eine Graffiti-Ausstellung statt. Im Zuge dessen erscheint auch das Buch „Theorie des Styles – Die Befreiung des Alphabets“ von Cheech H., Techno und Scum.
1996

Nach einer Hausdurchsuchung werden dem Sprüher Won mehrere Straftaten zur Last gelegt. Daraufhin kommt es zu aufsehenerregenden Gerichtsprozessen, die von großem medialen Interesse begleitet werden.
1996

Die Wände unter der Brudermühlbrücke, die schon seit den 1980er Jahren regelmäßig, anfangs illegal, bemalt werden, werden zum Austragungsort des „Isart“ Festivals und seitdem in wechselnder Besetzung einmal jährlich umgestaltet.
1997

Das erste von Sprühern eigenständig veröffentlichte Video mit Material von Live-Aktionen und abgefilmten Trains kommt unter dem Namen „Give Them Enough To Buff“ auf VHS in den Handel.
1997

Zum ersten Mal wird das kostenlose Hip-Hop Magazin „Woo-Haa“ veröffentlicht. Unter anderem enthält das bis 1999 in unregelmäßigen Abständen erscheinende Heft auch eine Rubrik mit Bildern und Informationen zu Graffiti in München.
1997

Neben dem Event „Der Zug ist abgefahren“, in welchem Arbeiten von Cemnoz, Cheech H., Flin, Neon, Paze, Smal und Z-Roc gezeigt werden, gibt es auch eine Aktion von Won, der in einer Ausstellung u.a. polizeilich zuvor beschlagnahmtes Material verkauft.
1998

Der europaweit größte Graffiti- und Hip-Hop-Laden eröffnet: an der Münchner Freiheit gelegen, enthält der „Mighty Weeny“ bis zu seiner Schließung 2011 ein riesiges Sortiment an Dosen, Zubehör, ausgewählten Sneakers und Streetwear.
1998

Nach und nach tauchen im Internet erste einfach gehaltene Sammlungen von Graffitibildern auf. Seiten wie „Artcrimes“ ermöglichen eine internationale Verbreitung der Pieces. Allerdings spielt die Online-Welt keine bedeutende Rolle für die Vernetzung innerhalb Münchens.
1998

Die AOD Crew ist für diverse aufwendige Zugbesprühungen verantwortlich, oft auch in Zusammenarbeit mit internationalen Gästen.
1999

„Die Färberei“ wird als Nachfolgerin der „Kulturstation“ in Oberföhring und des Laimer „Zeugnerhofs“ ins Leben gerufen und mit ihrem Sitz in der Claude-Lorrain-Straße (in Isarnähe zwischen der Au und Giesing) zu einer bis heute wichtigen Anlaufstelle für Graffiti- und Kunst-Aktive im weiteren Sinne. Unter der Schirmherrschaft von Astrid Weindl und Fred Kinzel werden Ateliers geschaffen, Ausstellungen organisiert, Informationen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.
1999

Neben der Ausstellung „Style-Planet. Watch out for the third rail. This shit is high voltage“, die im Kinder- und Jugendmuseum am Münchner Hauptbahnhof stattfindet, gibt es eine größere Ausstellung der ABC Crew im Kunstpark Ost.
1999

Ende der 90er Jahre kommen viele Sprüherinnen und Sprüher nach München, um sich vor allem auf den S-Bahnen zu verewigen. Einige Writer aus Berlin lassen sich in München nieder und werden fortan sehr aktiv sein. Mit Crews wie AOD, TKS, FSA, TWA, MRN, PBS, DMA beginnt die letzte heiße Phase von Bearbeitungen des alten S-Bahn-Modells ET 420.
2000

Die ersten Zugmodelle der Baureihe 423 werden in München eingesetzt. Nach und nach sollen sie das Modell ET 420 ersetzen. Die ausrangierten Züge werden in sogenannten Trash-Yards untergestellt und dort dann großflächig umgestaltet. Daraufhin beginnt die Polizei, auch diese Spielplätze stark zu überwachen.
2000

Vor allem in den Wintermonaten ist das S-Bahn-System zu großen Teilen bemalt. Viele Bilder bleiben mehrere Monate lang im Verkehr, ohne gebufft zu werden.
2001

Der Sprüher SHE der DMA Crew und sein Begleiter „Ismael“ werden am 3.8.2001 unter der Ganghoferbrücke von einem Zug erfasst und sterben. Es folgen unzählige Tribute-Pieces und -Tags von Hinterbliebenen der Szene. Mehrere Münchner Zeitungen berichten ausführlich von dem tragischen Vorfall.
2001

Das bis heute größte digitale Foto-Archiv der Münchner Szene, „vandal.de“ geht online. In den darauf folgenden Jahren entstehen mehrere Homepages, wie „graffiti-art“, „outlineas“, „dolly-busted“, „hardlines“ oder „desynz“. Während einige Writer ihre Fotos an die Administratoren weitergeben, bleibt ein großer Teil der Writer dem Internet gegenüber skeptisch, behält die Bilder für sich oder veröffentlicht sie in eigenen Publikationen.
2002

Neben dem „Mighty Weeny“ gibt es nun einen zweiten Graffiti-Shop in München. Der „Cans & Co“ eröffnet in der Enhuberstraße.
2002

Der Münchner Graffiti-Künstler Won veröffentlicht das Buch „Colour Kamikaze“, in dem er sein eigenes Schaffen als Sprüher mit mehreren Comics und Skizzen verwebt.
2002

Das in schwarz-weiß gehaltene Magazin „Chromoton“ erscheint, bestehend aus mehreren collagierten Seiten von Chrome-Bombings aus dem Münchner Stadtraum.
2002

Einen Höhepunkt des sehr aktiven Jahres der Münchner Train-Writing-Szene bildet der bislang einzige 6-Waggons-Wholecar, dessen Waggons im Anschluss jedoch getrennt voneinander fahren.
2002

Während es bis zur Jahrtausendwende sehr stark um „klassischen“ Style aus der Sprühdose geht, werden nun vermehrt andere Techniken wie gestrichene oder gespritzte Tags und Schablonen sichtbar. Zusammen mit Aufklebern und Plakatierungen in den Straßen kündigen sie die Trendwende zur Popularität von Street Art an.
2003

Die erste Episode der Street Art Buchreihe „The Art of Rebellion“ erscheint. Herausgeber ist der Münchner Grafiker C100, der neben internationalen Gästen auch einige Münchner wie Burns, Emka, Flying Fortress und Meat Love ins Boot holt. Street Art beginnt in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen und anerkannt zu werden. Damit verbundene Versuche der Kommerzialisierung und gesellschaftlichen Etablierung führen zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Szene.  
2003

Vermehrt gehen private Wachdienste, wie z. B. die S-Bahnwache, mit teilweise fragwürdigen Methoden gegen die immer professionalisierteren Sprüher und Sprüherinnen vor – auch der Dienst polizeilicher Ermittler in Zivilkleidung sowie der Einsatz von Hubschraubern der Bundespolizei sind Routine geworden. Die bemalten S-Bahnen werden möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen und gebufft.
2004

Das Magazin „Inner City Blues“ erscheint zum ersten und zum letzten Mal. Inhaltlich geht es in der hochwertig produzierten Publikation neben aktuellen und historischen Phänomenen der Stadt München auch um internationale Aspekte von Graffiti und Kunst.
2004

Das Video „Monaco Nights“ dokumentiert das Train-Writing von 1998 bis 2004 mit dem Augenmerk auf der letzten Etappe des ET-420 Modells. Bei der Release-Party des Films trifft sich ein großer Teil der damals aktiven Szene.
2004

Die letzen Wagen der ET 420 Reihe werden aus dem Betrieb genommen und durch das Modell ET 423 ersetzt. Durch die abhanden gekommenen Möglichkeiten, die S-Bahn als Ort des Experimentierens und Abhängens zu nutzen, wird der Münchner Szene ein Teil ihrer ursprünglichen Identität genommen. Auch die stärkere Überwachung durch Kameras und Sicherheitspersonal führt bei vielen Writern der älteren Generation dazu, sich aus dem Geschehen zurückzuziehen.
2005

Als Reaktion auf das neue S-Bahn-Modell und die verspürte Abneigung werden vermehrt U-Bahnen bemalt. Das Vorhaben endet allerdings sowohl für Einheimische, als auch für die vielen Besucher nicht immer erfolgreich, da auch im Untergrund immer besser auf die Züge aufgepasst wird.
2005

Das Magazin „Round 1“ erscheint und zeigt einen Ausschnitt von Wänden und Zügen der Münchner Szene der vergangenen Jahre.
2006

Der Spielfilm „Wholetrain“ des Ex-Sprühers und Regisseurs Florian Gaag kommt in die deutschen Kinos. Er erzählt die fiktive, aber realitätsnahe Geschichte einer Clique von Sprühern und ihrem Alltag. Die Züge, die im Film gezeigt werden, werden in Polen mit offizieller Genehmigung umlackiert – zu sehen sind Trains von den Münchnern Cemnoz, Neon, Ciel, Won und dem New Yorker Pure.
2006

Die dritte Episode der Pariser Filmtriologie „Dirty Handz“ kommt als DVD in den Handel, inklusive eines langen Parts mit Live-Aktionen aus München.
2006

Während der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland tauchen mehrere Tage lang mit Farbbeuteln und Destroylines bemalte S-Bahnen und Tags mit dem Namen „MUC“ auf. Es wird vermutet, dass es sich um eine geplante Aktion von Writern handelt, die sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen haben.
2006

Der „Writers Corner“ wird gegründet: Ein Zusammenschluss von Sprühern, der sich bis heute um die (meist einmalige) Bemalung größerer Flächen auf offiziellem Wege bemüht und kümmert.
2007

Auch die Areale bei Lohhof und Kirchseeon werden komplett abgerissen und sind nicht mehr als Halls of Fame verfügbar. Einzige freie, ohne Absprache zugängliche Fläche ist fortan die Wand an der Tumblingerstraße.
2007

Die Rolle des Internets wird immer bedeutender, und so nimmt auch die Vernetzung der Sprüherinnen und Sprüher innerhalb Europas und der ganzen Welt zu. Auf Interrail-Touren werden Kollaborationen mit vor Ort Ansässigen gestartet, die lokalen Zug-Modelle bemalt und für das eigene Archiv trophäenhaft gesammelt.
2007

Die Lokführergewerkschaft „GDL“ streikt mehrere Tage lang. In den Zugdepots eröffnen sich somit größere Zeitfenster, in denen die Münchner Writer inklusive auswärtiger Gäste die Chance nutzen, unzählige Panels zu malen.
2008

Die Lage ist unübersichtlich. Es gibt kaum noch Halls of Fame oder Abrisshallen. Neben einigen jüngeren Sprüherinnen und Sprühern, die unter anderem die neu errichteten Schallschutzwände entlang der S-Bahn-Linie unter Beschuss nehmen, halten Crews wie z. B. CFS, TKS und GMS, oder Sprüher wie Capsol, das Train-Writing im Nah- und Fernverkehr am Leben.
2009

Zum ersten Mal findet die Kunstmesse „Stroke“ statt. Obwohl ein Teil der Szene teil nimmt und die Veranstaltung medial als Erfolg gefeiert wird, gibt es viele Stimmen, die den Veranstaltern vorwerfen, vorrangig kommerzielle Interessen an Graffiti und Street Art zu haben, und sich bewusst vom Geschehen distanzieren.
2010

Die erste Ausgabe des „Klick Klack“ Magazins erscheint. Auf München konzentriert sind Fotografien von S- und U-Bahnen, Interviews, einzelne Portraits, Essays und mehrere Seiten zur Geschichte der Stadt enthalten.
2010

Im Puerto Giesing, einer temporären Off-Space-Location, findet im Sommer eine große Blockparty mit Ausstellungen, Live-Graffiti, Rap und Breakdance statt. Mit dabei sind u. a. Nose, Zement, Fred, Sonic, Shame, Won, Rew, Riko, Baks, Alois, Diablo, Chill, Acid 79, Eazy, Jeroo, LawOne, Burns 124, Capsol, Mister, Pyro und Fence.
2010

Ein neuer Graffiti-Shop macht auf. Der „Ghostyard“ wird in Nähe der Hackerbrücke zum Treffpunkt verschiedener Sprüher-Generationen.
2011

Verschiedene Zusammenschlüsse Graffiti-Aktiver kümmern sich vermehrt um die Legalisierung von Flächen. Dabei handelt es sich teilweise um renovierungsbedürftige Orte, wie etwa marode Hausrückwände oder Unterführungen, die dann verschönert und umdekoriert werden, wobei nicht selten ältere Graffiti verschwinden. In Kooperation mit dem Tiefbauamt spricht die Stadt jedoch von einer „Win-Win“-Situation. Nach langer Verhandlung mit der Stadtverwaltung werden z.B. die Flächen unterhalb der Donnersberger Brücke freigegeben und die Friedensengel-Unterführung legal bemalt.
2012

Die meisten Magazine haben ihre Produktion mittlerweile eingestellt. Es zeichnet sich immer klarer ab, dass das Internet hinsichtlich der Darstellung und des Konsums von Graffiti die dominierende Rolle spielen wird. Vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook werden Seiten gegründet, die den Versuch starten, einen Überblick über die Aktivität in der bayerischen Landeshauptstadt zu bieten.
2012

Viele jüngere Crews machen sich im Stadtgebiet und auch im Nahverkehr einen Namen. Auffällig dabei ist das breite Spektrum an verschiedenen Styles.
2013

Auf der Münchner S-Bahn fallen wieder vermehrt aufwendige Produktionen aus Kollaborationen mehrerer aktiver Crews auf. Immer wieder hinterlassen Crews wie ASC, BHZ, MSP, TRR, YGS, und WK ihre Spuren an den Zügen.
2013

Der „Backjump Shop“ eröffnet als dritter Laden in der Nähe der Hall of Fame an der Tumblingerstraße und kann sich dort knapp zwei Jahre halten. Gleichzeitig wird der Bereich oberhalb der Hall, das Areal des Viehhofs, für kurze Zeit zur Bemalung freigegeben.
2014

Das „Klick Klack“ Magazin erscheint zum zweiten Mal – diesmal mit dem Titel „32 Notes on Graffiti“. Neben einigen lokalen Writern sind diesmal darüber hinaus auch viele nationale sowie internationale Protagonisten vertreten.
2014

Die Crew WAK bemalt eine Vielzahl von Rooftops in der Innenstadt. Außergewöhnlich ist neben der Quantität auch die Auswahl der Stellen und die oft darauf abgestimmten Farben der Pieces.
2014

Auf dem Filmmaterial der „No Name No Fame“ DVD sind vor allem Live-Actions zu sehen. Neben der Münchner U-Bahn werden noch Metro-Systeme einiger anderer Länder bemalt.
2015

Auf Initiative des 2013 gegründeten Vereins „Positive-Propaganda“ stellt der Stadtrat mehrere Anträge zur Förderung von Street Art und Graffiti. Der hierzu verfassten Vorlage des Kulturreferats folgend, beschließt der Kulturausschuss ab dem Jahr 2015 dauerhaft Mittel über 80.000 € bereit zu stellen. Daraufhin werden Künstler wie Escif oder Obey eingeladen und größere Projekte umgesetzt. Ein weiteres Highlight ist das „Deadline“ Festival, im Rahmen dessen das Gelände des Viehhofs auf 1200 qm besprüht wird. Für 2016 soll der Etat um mehr als das Doppelte erhöht werden.
2015

München stellt als erste Stadt einen „Graffiti-Sachbearbeiter“ ein. David Kammerer aka Cemnoz übernimmt das Amt und soll sich darum kümmern, die Interessen der Sprühenden und die der Stadtverwaltung unter einen Hut zu bringen. Nach wenigen Monaten wird die Zusammenarbeit wieder beendet.
2015

Für kurze Zeit sieht man einen Großteil der Münchner S-Bahn-Waggons mit Farbbeuteln und Destroy-Lines attackiert. Der Anblick erinnert an die Aktion von 2006. Das Medienecho ist groß.
2015

Das Magazin „No Name No Fame“ erscheint. Den Fokus legt die großformatige Publikation auf Münchner Züge der vergangenen Jahre.
2016

In der „Galerie Kronsbein“, in der Pop- & Urban Art gezeigt werden soll, finden Einzelausstellungen von Banksy und Blek Le Rat statt. Spätestens jetzt ist klar, dass Teilbereiche der oppositionell und anarchistisch aufgefassten Ursprungsidee von Graffiti und Street Art in verschiedenste entfremdete Kontexte gerückt werden können.
2016

Im Buchheim Museum eröffnet die groß angelegte Ausstellung „Won ABC & Friends – Kunst aus Münchens Untergrund“.

Da Graffiti-Sprühen mit Gefahren verbunden sein kann, sollte man sich über mehrere Punkte im Klaren sein. So lassen sich einige der Gefahren, Schäden und negative Konsequenzen allgemein vermeiden oder eingrenzen. Vor allem aber ist es wichtig, sich mit anderen auszutauschen und aktiv mitzudenken.
 

Aerosol & Schutz

Der Inhalt der Farbdosen, also Pigmente, Lösungsmittel und die enthaltenen Aerosole, stellen nicht nur eine Umweltverschmutzung dar, sondern gelangen beim Sprühen auch in die eigenen Atemwege. Genaue Hinweise findet man auf den Dosen selbst oder direkt beim Hersteller. Um sich davor zu schützen, empfiehlt es sich, vor allem bei schlecht belüfteten Räumen oder zeitintensiveren Arbeiten, eine Gasmaske zu tragen. Diese kann man sich in Graffiti-Läden oder in Baumärkten kaufen, wobei immer auf die entsprechende Verwendung zu achten ist; z. B. wann ein Filterwechsel notwendig wird. Da Sprühfarbe sowie Sprühgase auch über die Haut aufgenommen werden und man beim Sprühen oftmals „unsauber“ arbeitet, lohnt es sich nicht nur, alte und langärmelige Kleidung (die schmutzig werden darf) zu benutzen, sondern vor allem auch (Gummi-)Handschuhe zu tragen.
 

Gleisbereich

Der Gleisbereich gilt nicht umsonst als gefährlicher Ort, der nur bestimmten autorisierten Personen zugängig ist. Abgesehen von der Schwierigkeit, im Dunkeln auf den dafür nicht vorgesehenen Wegen die Orientierung zu bewahren und der Gefahr, in den Weichen der Gleise eingeklemmt zu werden, stellt vor allem der heranfahrende Zugverkehr ein enorm hohes Risiko dar, das selbst für sehr erfahrene Sprüherinnen und Sprüher nicht immer zu kontrollieren ist, weswegen es in diesem Bereich auch immer wieder zu Todesfällen kommt. Ebenfalls können die Stromleitungen, die sich teilweise neben den Schienen oder oberhalb der Züge befinden, bei Berührung bzw. schon bei zu nahem Abstand (Lichtbogen) in Sekunden zum Tod führen.
 

Auseinandersetzungen

Innerhalb der Graffitiszene gelten einige Regeln, die ein gewisses Respekt- und Hierarchieverständnis voraussetzen. Mit Interesse, Geduld und einem gesunden Maß an Vorsicht, kann man im Austausch mit schon Erfahreneren lernen, was es zu beachten gilt. Missachtet man diese mehrheitlich anerkannten Regeln, kann es zu vehementen Auseinandersetzungen kommen, derer man sich bewusst sein sollte. Auch die Adrenalin- und Angstzustände beim Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei können Überhand gewinnen und nicht nur Bauchschmerzen verursachen, sondern auch zu paranoiden Zuständen führen. 
 
 

Die hier zusammengestellten Inhalte können lediglich einige der wichtigsten Punkte skizzieren und stellen keine Rechtsberatung dar. Diese kann nur über eine/n Anwalt/Anwältin erfolgen. Mittlerweile gibt es einige, die sich auf den Bereich Graffiti spezialisiert haben, ein dementsprechend breites Fachwissen besitzen und im Falle eines größeren Problems unbedingt aufzusuchen sind. Wir wollen hier einen Einblick geben, wie es ungefähr ablaufen kann, wenn jemand wegen illegalen Graffitis rechtliche Probleme bekommt, und wie die betroffenen Personen in den verschiedenen Situationen reagieren können. Folgendes Fallbeispiel ist frei erfunden.
 

Der Akt

Martin und Stefan, 19 und 21 Jahre alt, besprühen nachts eine graue Betonmauer. Herr Meier, der mit dem Hund spazieren ist und die beiden bei ihrem Schaffen beobachtet, ist nicht begeistert von der Aktion und ruft die Polizei. Beim Eintreffen der Beamten am Tatort gelingt den Sprühern zunächst die Flucht. Da nicht auszuschließen ist, dass sie über die unweit entfernte Bahnstrecke geflohen sind, wird diese für den Zugverkehr gesperrt und ein Hubschrauber zum Einsatzort beordert, der den Umkreis des Tatorts abfliegen soll. Wenig später wird Martin am nächstgelegenen Bahnhof von einer Zivilstreife gestoppt. Obwohl er seine Sprühdosen auf dem Weg verstecken konnte, befinden sich noch ein einzelner Sprühaufsatz und ein Paar Latex-Handschuhe in seinem Rucksack, die er getragen hatte, um die Dosen vor Fingerabdrücken zu schützen. Zusätzlich befinden sich am Ärmel seiner Jacke Kleckse frischer Farbe. Auch der weiße Kapuzenpulli deckt sich mit Herrn Meyers Täterbeschreibung. Diese Indizien reichen der Polizeieinheit aus, um ihn als tatverdächtig einzustufen und ihn aufs nächstgelegene Revier zu bringen. Stefan hat eine andere Route gewählt, sich gut versteckt und bleibt flüchtig. Einige Stunden später wird die Fahndung nach ihm eingestellt werden.
 

Bei der Polizei

Auf dem Revier wird Martin einer Leibesvisitation unterzogen und in eine Zelle, den so genannten Polizeigewahrsam, gebracht. Zwei Stunden später kommen die Beamten und stellen die ersten Fragen. Zunächst hat Martin nur die Pflicht, Angaben zu seiner Person zu machen. Darüber hinaus stünde ihm ein Aussageverweigerungsrecht zu. Überfordert vom Druck der entstandenen Situation lässt er sich aber doch noch in ein Gespräch verwickeln und gibt nach einigem Zögern verschiedene Informationen preis. Er argumentiert, dass die umgestaltete Wand seiner Meinung nach total hässlich gewesen und dass sie durch das Besprühen ja nicht kaputt gegangen sei. Die Beamten entgegnen, dass dies keine Rolle spiele, da für eine Sachbeschädigung keine Substanzverletzung gegeben sein muss – also selbst dann ein Tatbestand vorliegt, wenn man mit wieder entfernbarer Kreide auf eine Hauswand malt oder einen Sticker verklebt. Die Polizisten versuchen über das beschlagnahmte Handy von Martin Aufschlüsse über die Identität des zweiten Tatverdächtigen herauszubekommen, von dem bisher jede Spur fehlt. Da die über die Handy-Daten gewonnenen Indizien noch nicht ausreichen, verwickeln sie Martin in ein weiteres Gespräch, in welchem sie behaupten, dass sein Kollege auch geschnappt sei. Martin, der sich zu der Sache nicht äußern müsste, ist verunsichert, verplappert sich, und erwähnt den Namen seines Freundes, der sich mit den Daten des Handys deckt. Für die Beamten ist Stefan somit tatverdächtig. Nach der Befragung wird Martin noch  erkennungsdienstlich behandelt.
 

Die Hausdurchsuchung

Nachdem die Polizisten über das Handy und die Aussage Martins auch an die Identität Stefans gekommen sind, veranlassen sie bei beiden Verdächtigen auf Basis der Rechtsgrundlage „Gefahr im Verzug“ eine Hausdurchsuchung. Noch am frühen Morgen fahren die Beamten zusammen mit Martin zur Wohnung seiner Eltern. Die sichtlich überraschte Mutter öffnet die Tür und wird durch die Polizisten über den Vorfall informiert. Die Mutter sieht sich den richterlichen Beschluss an, ohne den sie niemanden in die Wohnung lassen müsste und führt die Beamten anschließend in Martins Zimmer. Nach einer 90-minütigen Inspektion des Zimmers haben die Polizisten Martins Laptop, diverse Speicherkarten, seinen Fotoapparat, einige Skizzen sowie sein altes Butterfly-Messer beschlagnahmt. Martin erhält ein Protokoll mit einer Liste der Gegenstände. Anschließend wird auch das Zimmer der Schwester sporadisch durchsucht. Zur gleichen Zeit fahren andere Beamte des Reviers zu Stefans Wohnung, die er alleine bewohnt. Er wird aus dem kurzen Schlaf gerissen und mit dem Vorfall der vergangenen Nacht konfrontiert. Er nutzt daraufhin sein Aussageverweigerungsrecht und zeigt den Beamten lediglich seinen Personalausweis. Die Beamten durchsuchen seine Wohnung und beschlagnahmen ein Buch über Street Art sowie ein paar Schuhe, die er eventuell nachts getragen haben und deren Profil sich mit den Fußabdrücken vom Tatort decken könnte.
 

Nachspiel

Nach den Hausdurchsuchungen kehrt zunächst einmal Ruhe von Seiten der Polizei ein. Martin hat ein paar längere Auseinandersetzungen mit seinen Eltern und vermisst vor allem seinen Laptop, um seine Aufgaben an der Fachhochschule erledigen und ihn anderweitig privat nutzen zu können. Außerdem hat er Angst davor, was die Polizei anhand der beschlagnahmten Gegenständen über ihn herausfinden könnte und was dementsprechend noch auf ihn zukommt. Die Eltern erwarten von Martin ein Geständnis und dass er mit dem Sprühen aufhört.

Obwohl Stefan länger zweifelt, ob es sich lohnt, besorgt er sich nach ein paar Tagen einen Anwalt, um Akteneinsicht zu beantragen. Das Einzige, was Stefan belastet, ist die Aussage Martins. Die Schuh-Profile konnten am Tatort nicht eindeutig nachgewiesen werden. Der Anwalt Stefans kontaktiert Martin und überzeugt ihn, dass er die Aussage, dass Stefan bei der Sprüh-Aktion dabei gewesen sei, unter Berufung auf den Schockzustand kurz nach der Verhaftung zurückzieht und ihn somit wieder entlastet. Der Anwalt empfiehlt Martins Familie, sich ebenfalls juristisch beraten zu lassen, da noch längst nicht endgültig über das Straßmaß entschieden sei und der Schaden noch stark minimiert werden könne. Die Familie lehnt dies ab. Monate später kommt es zu einem Gerichtsprozess. Martin wird nach dem Jugendstrafrecht verurteilt und als Ersttäter eingestuft und dementsprechend behandelt. Deshalb erhält er die Möglichkeit, statt den normalerweise geforderten Sozialstunden, bei einem speziellen Programm mitzumachen, im Rahmen dessen er sein eigenes und andere Graffitis wieder entfernt und so die gesamte Schadenssumme etwas reduzieren kann. Stefan hingegen bekommt nach ungefähr einem halben Jahr einen Brief mit der Mitteilung, dass das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde.
 
 

Internet & Kommunikation

Geht es um Graffiti, sind Umgang im und mit dem Internet sehr sensible Themen. Durch Social Media und allgemein veränderte Kommunikationsformen findet die Diskussion, Kommunikation und Bewertung hinsichtlich Graffiti heute anders statt als früher. Da das Internet eben nur bedingt Anonymität verspricht, sollte man sich bewusst sein, dass die eigene Identität nicht nur von der Polizei, sondern auch szeneintern entlarvt werden kann. Man sollte sich genau überlegen, ob es sich lohnt, das Internet als Plattform zu nutzen, um Bilder zu zeigen, Meinungen auszutauschen, fotografierte Werke anderer zu bewerten und damit indirekt Informationen preis zu geben, die andere verärgern oder ihnen schaden könnten. Zu bedenken ist außerdem, dass nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf dem Handy die meisten Aktivitäten gespeichert werden, weshalb diese in verschiedenen Situationen als Beweis- oder Informationsquellen dienen können.
 

Halls of Fame

Halls of Fame sind Orte, an denen das Sprüher jeder Person erlaubt ist, und die jederzeit zugänglich sind. Diese Orte müssen allerdings offiziell als solche ausgewiesen sein. Auch an einer Hall of Fame gelten gewisse Regeln der Szene, deren Sinn vielleicht erst nach jahrelanger Erfahrung einleuchtet.

Als Anfänger/in sollte man nur Bilder übermalen, die nicht aufwendig produziert wurden, bereits teilweise übermalt sind oder sich an unbedeutenderen Stellen des Areals befinden. Im Austausch mit anderen Sprüherinnen und Sprühern, durch Respekt vor den Werken Dritter und mit steigender Erfahrung bekommt man bald ein Gefühl dafür, was angebracht ist und was nicht. Bei Missachtung kann es zu unangenehmen Streitigkeiten kommen. Will man anonym bleiben, sollte einem klar sein, dass andere in der Öffentlichkeit zuschauen könnten und über Buchstaben und Style der angefertigten Bilder auch herausfinden können, welchen Namen und Style man benutzt. Da Halls of Fame als Orte auch der Allgemeinheit zugänglich sein sollen, ist stets darauf zu achten, die benutzten Dosen und erzeugte Abfälle zu entsorgen oder mitzunehmen. Auch umliegende Bereiche (angrenzende Mauern/Straßen/Wege) sind mit Respekt zu behandeln, da man sonst riskiert, dass die Anzahl solcher von der Stadt erlaubter Orte noch weiter abnimmt.
 

 

Förderung

Zur Unterstützung lokaler oder international initiierter Gestaltungsvorhaben wurde 2015 ein Förderprogramm für Graffiti, Street- und Urban Art bei der Stadt München geschaffen. Dies beinhaltet die Bezuschussung einzelner nicht-kommerzieller Projekte und Kooperationsprojekte und die Beratung und Unterstützung bei der Flächenakquise sowie bei Genehmigungsverfahren. Anträge können von Einzelpersonen, gemeinnützigen Vereinen oder kulturellen Initiativen gestellt werden. Werbeaktionen sind von einer Förderung ausgeschlossen. Details zu den Förderkriterien der Stadt findet ihr hier.

Antrag

Anfragen zur Förderung eines Projekts richtet ihr zunächst mit einer kurzen Beschreibung und einer groben Kostenkalkulation per Mail an das Kulturreferat. Falls die Kriterien erfüllt sind, die Förderung also in Aussicht gestellt werden kann, und ihr dementsprechend Rückmeldung erhalten habt, folgt der nächste Schritt: Wir benötigen dann das ausgefüllte und unterschriebene Antragsformular im Original. Bei Fragen zum Ausfüllen des Formblatts stehen wir gerne zur Verfügung. Da es keine Fristen gibt, können Anträge über den Zeitraum des ganzen Jahres gestellt werden.

Münchengraffiti

Aus Zusammenarbeit der Färberei, des Kulturreferats München und Klick Klack Publishing entstanden, versteht sich die Seite als offenes Portal für Interessierte aller Altersgruppen und stellt die Vielfältigkeit und die Kreativität der Graffiti-Kultur in den Vordergrund. Es sollen nicht nur historische und aktuelle Aspekte aufgezeigt werden, sondern auch Impulse gesetzt werden, das Interesse zu vertiefen und sich näher mit der Materie auseinanderzusetzen.

contact@münchengraffiti.de
 

Die Färberei

Die Färberei ist eine städtische Einrichtung in Trägerschaft des Kreisjugendring München-Stadt.

Claude-Lorrain-Straße 25

81543 München

+49 (0) 89 62269274

diefaerberei@kjr-m.de

www.diefärberei.de


 

Kreisjugendring München-Stadt

Der Kreisjugendring München-Stadt ist eine Gliederung des Bayerischen Jugendrings, KdöR, entsprechend der Satzung des Bayerischen Jugendrings. Der Kreisjugendring München-Stadt wird vertreten durch die Vorsitzende Stefanie Lux. Der Bayerische Jugendring, KdöR, wird vertreten durch den Ersten Präsidenten Matthias Fack. Der gemeinnützige Bayerische Jugendring untersteht als Körperschaft des öffentlichen Rechts der Rechtsaufsicht des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Paul-Heyse-Straße 22

80336 München

+49 (0) 89 514106-0

info@kjr-m.de

www.kjr-m.de


 

Kulturreferat München

Das Kulturreferat fördert Veranstaltungen und Projekte von Kreativen, Kulturschaffenden, kulturellen Initiativen und Vereinen, die sich mit urbanen Entwicklungen bzw. „neuen“ Kunst- und Kulturformen auseinandersetzen, und berät bei deren Umsetzung.

Abteilung 3 (Urbane Kulturen)

Burgstraße 4

80331 München

+49 (0) 89 23324364

patricia.mueller@muenchen.de

www.muenchen.de/kulturaktuell


 

Impressum

Konzeption: Klick Klack Publishing
Texte: Klick Klack Publishing
Gestaltung: Jonas Hirschmann
Code, UX: Björn-Achim Schmidt
 

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Aktuelles

17 05 21

Die ersten gemalten Trains der Republik und einstige Hochburg Europas in den 1980er Jahren – Graffiti in München hat einen langen Weg mit verschiedenen Entwicklungen hinter sich und hat bis heute unterschiedlichste Formen angenommen. Was die Vielfalt und die Einzigartigkeit von Graffiti ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen, und noch schwieriger aufzuschreiben. Jeder erzählt die Geschichten anders und das ist auch gut so.

Neben guten Freunden, abstrusen Bekanntschaften und außergewöhnlichen Reisen hat uns Graffiti viele wichtige Momente geschenkt, angenehme und unangenehme. Wesentlich war immer das Suchen, die Neugierde nachzusehen, was hinter dem Zaun ist, den Weg immer wieder mal verlassen, auch im Kopf. Ihr findet auf der Homepage Informationen zur aktuellen Lage sowie Momentaufnahmen der Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten sollten, vor allem aber Anreize, selbst tiefer zu graben, raus zu gehen, zu planen, zu scheitern, auzuchecken und zu tüfteln. Graffiti erlebt man nicht im Internet, Graffiti muss man spüren, riechen und schmecken.
 

Klick Klack Publishing,

München 2017